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21.10.2017
10:13 Uhr

Geschichte

Dorfgeschichte

Rathaus Klein-Umstadt

 

 

Jahrhundertelang war Klein-Umstadt eine selbständige Gemeinde mit einer wechselvollen Geschichte, die nachweisbar bis ins Spätmittelalter zurückreicht.

Siedlungsfunde in den benachbarten Stadtteilen und der weiteren Umgebung belegen jedoch eine Besiedelung der Gegend seit der Steinzeit (Ziegelwald bei Richen), über die Jungsteinzeit Kultur der Michelsberger bis zu Funden der Bandkeramik aus ca. 3000 v. Chr. Grabhügel aus der Bronzezeit, das Manngrab aus der Hallstattzeit in der Nachbargemarkung Altheim und Gräberfunde in Umstadt belegen keltische Besiedelung bis in die La-Tène-Zeit. Römische Ausgrabungen (Hauptgebäude einer Villa rustica) und ein alemannischer Friedhof (Funde in der Kernstadt) vervollständigen die Zeugnisse bis in die jüngere Geschichte.
Eines dieser römischen Andenken ist der Weinanbau in der Klein-Umstädter Einzellage Stachelberg der Odenwälder Weininsel, welche zum Weinanbaugebiet Hessische Bergstraße gehört.

Der erste urkundlicher Nachweis des ehemaligen Haufendorfes war um etwa 1305. Anfänglich noch als ville Unstat (1361), Onstad (1437) oder Clein Umbstadt (1552) bekannt, war Klein-Umstadt von einer Stadtmauer, besser gesagt Wehrmauer umgeben. Die östliche Hälfte des alten Dorfkerns wurde nach einem schweren Großbrand 1859 (der das Dorf nahezu völlig einäscherte) wieder neu aufgebaut. Im westlichen Ortskern ist dagegen die alte, verwinkelte Siedlungsstruktur erhalten geblieben. Dort finden sich auch heute noch Überreste der mittelalterlichen Wehrmauer, die das kleine Dorf einst komplett umfasste.
Die heutige Pfarrkirche Klein-Umstadt war mit einem Mauerring in diese Wehranlage integriert. Das romanische Langhaus geht vermutlich auf das 11. Jahrhundert zurück, während der Chor im 15. Jahrhundert umgebaut wurde. Im Inneren der Kirche findet sich eine der ältesten gotischen Steinkanzeln in Hessen. Der gotische Chor der Klein-Umstädter Wehrkirche wurde vermutlich zwischen 1450 und 1470 errichtet. Auch noch heute bestimmt die um 1425 erbaute Wehrkirche das Bild des Stadtteils.
Der einstige Freihof mit seinem Fachwerk aus dem 16. Jahrhundert ist heute baulich verändert. Eine dort und am Evangelischen Pfarrhaus angebrachte Wappentafel erinnern an das Geschlecht der Schelle von Umstadt. Das Relief des heiligen Wendelin (lat. Wendelinus) ist in Zusammenhang mit der gleichnamigen Kapelle (Ende 15. Jahrhundert) in den Weinbergen zu finden.

Quelle (de.wikipedia.org/wiki/Klein-Umstadt)

Bilder

Klein-Umstadt Vogelperspektive
Klein-Umstadt Vogelperspektive
Klein-Umstadt Vogelperspektive